Kurzinterview Nr. 1 zu Zeiten von Corona

In der Corona Phase startend möchten wir als neues Format auf trekking-ebike.de sogenannte Kurz-Interviews etablieren. In diesen Interviews stellen wir drei (oder mehr) Fragen an Experten aus der E-Bike-Szene und geben Sie hier unverändert wieder. Nur kleine Flüchtigkeitsfehler haben wir korrigiert. Wir finden die unterschiedlichen Antworten der ersten Ausgabe wirklich sehr spannend und konnten bei jedem Interviewpartner etwas mitnehmen. Vielen Dank dafür!

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Befragt haben wir: 
– Janet von Mythos-ebike.de
– Heinz-Günter Weber von Ebikespass.de
– Oliver Pfeiffer von ridee.bike

Die Fragen lauten: 
Frage 1:
Inwieweit hat die Corona-Krise dein E-Biken beeinflusst? Hat sich etwas geändert?
Frage 2: Welches ist dein Lieblings-E-Bike und warum? Welche Features sind gut?
Frage 3: Es werden so gut wie alle Arten von Fahrrädern elektrifiziert.  Magst du eine Prognose abgeben? Wo geht es hin im Bereich E-Bike, sowohl technisch als auch allgemein?

Frage 1:
Inwieweit hat die Corona-Krise dein E-Biken beeinflusst? Hat sich etwas geändert?

Corona Maske
Foto © Claudio Schwarz – Unsplash.com

Janet von Mythos-ebike.de
“Zu Beginn der Corona Krise waren wir sehr, sehr vorsichtig mit unseren E-Mountainbikes unterwegs. Ich bin z.B. nur gewohnte Strecken gefahren und habe auch die ein oder andere schwere Passage ausgelassen. Auch vom Tempo her bin ich immer in meiner Komfortzone geblieben, um das Sturzrisiko zu minimieren. Hintergrund war, dass ich das Gesundheitswesen nicht zusätzlich mit einer Verletzung belasten wollte, falls eine Corona-Welle auch bei uns in den Krankenhäusern ankommen sollte.
Wir haben außerdem einen Bike Trip an den Gardasee und zum Rosadira Bike Festival nach Südtirol absagen müssen, was uns schon ziemlich traurig gestimmt hat. Trotzdem haben wir das Beste daraus gemacht und die Heimat und unseren Wald mehr als genossen”

Heinz-Günter Weber von Ebikespass.de
“Ich bin einerseits durch die leeren Innenstädte gecruist, was ja sonst nicht entspannt möglich ist und es hat Spaß gemacht. Natürlich waren die Gefühle trotzdem gemischt. Es war auch irreal, wie früher die bleierne Ruhe in Ostberlin, oder wie nach einer Neutronenbombe… alle Läden und Cafés waren zu, aber zum Glück spazierten doch ein paar Leute herum. Sonst wäre es unerträglich gewesen. Etwas von dieser Ruhe wäre nach Corona aber ab und zu wünschenswert… vor allem autoverkehrsfreie Zonen für Fußgänger und Radfahrer. Andererseits bin ich im Wald bewusster umhergefahren und war sehr dankbar für den frischen und garantiert virenfreien Sauerstoff. Wir sind ja doch ziemlich abhängig von einer eher speziellen Umwelt, und können froh sein, wenn wir sie so erhalten können, damit wir nicht in noch wesentlich schlimmeren Krisen reinrutschen als Corona.”

Oliver Pfeiffer von ridee.bike
“Gar nicht, ich fahre genauso viel E-MTB während der Krise wie auch davor.”

Frage 2:
Welches ist dein Lieblings-E-Bike und warum? Welche Features sind gut?

Janet von Mythos-ebike.de
“Ich fahre am liebsten mit meinem Liv Intrigue E+1 Pro, da es eine extra optimierte Geometrie für Frauen hat und sehr gute Federelemente von Fox, die sich auch auf leichtes Fahrergewicht toll einstellen lassen. Auch begeistert bin ich vom Giant Sync Drive Antrieb powered by Yamaha – der auch niedrigere Trittfrequenzen harmonisch und zuverlässig unterstützt.” 

Liv Intrigue E+ 1 Pro Ebike Corona
Liv Intrigue E+ 1 Pro – 496 Wh – 2019 – Herstellerbild*

Heinz-Günter Weber von Ebikespass.de
“Ich habe zwei zur Verfügung, ein City-/Trekkingbike und ein Hardtail E-MTB. Wenn ich in die Stadt pendle, schätze ich ersteres wegen der glatteren Reifen, dem Gepäckträger, der Beleuchtung…  Wenn ich mich in der Natur bewegen will und auspowern dann das E-MTB – das ist agiler, leichter und ich bin vom Yamaha Motor begeistert, auch weil es vorn zwei Ritzel hat und so über 22 Gänge verfügt… Wenn ich mich für nur eines entscheiden müsste, würde ich mich nach einem vollgefederten Trekkingbike umsehen, und dabei schauen, dass es möglichst wenige Kilos auf die Waage bringt. Wäre gar nicht so einfach, dieses Wunschbike als Allzweck-E-Bike zu finden.”

Oliver Pfeiffer von ridee.bike
“Mein aktuelles E-MTB von Specialized. Weil die Geometrie des LEVO FSR Comp hervorragend passt und man sich sau wohl drauf fühlt.”

Frage 3: 
Es werden so gut wie alle Arten von Fahrrädern elektrifiziert. 
Magst du eine Prognose abgeben? Wo geht es hin im Bereich E-Bike,
sowohl technisch als auch allgemein?

Janet von Mythos-ebike.de
“Ich glaube und hoffe, dass die E-Bikes den Verkehr revolutionieren. Die Verkaufszahlen sprechen für sich und immer mehr E-Biker verzichten auf ein zweites Auto oder nutzen ihr E-Bike auch zum Pendeln. Das kann eine große Chance sein für die Energiewende und eine Lösung für so manches Stauproblem in Großstädten.
Was wir hierfür brauchen in Deutschland ist endlich mehr sicheren Raum für den Zweiradverkehr. Ich denke und hoffe E-Bikes werden im Allgemeinen künftig leichter und die Akku-Reichweite erhöht sich weiter. Auch würde ich mir wünschen, dass die Materialen für Akkus und Bikes umweltverträglicher werden – gerade im Abbau und im Recycling.”

Heinz-Günter Weber von Ebikespass.de
“Die Akkus werden leistungsfähiger werden, und sie werden erlauben, dass es mindestens in zwei Richtungen gehen wird. Die eine Richtung sind schlanke, leichte und trotzdem dank der Akku-technologie stärkere E-Bikes, denen man die Elektromotorisierung nicht mehr ansehen wird. Statt 350 Wh wie jetzt, wird der Standard für diese Bikes bald 500-600 Wh sein, und das bei Gewichten um die 15 kg oder leichter. Die andere Richtung sind wohl die Allzweck-E-Bikes für Pendeln, Trekking und Tour, hoffentlich leichter als jetzt und mit noch steigender Reichweite. Es wird auch weitere Diversifizierung geben: Super-Trail-Bikes, Downhill-Spezialisten, elegante Tiefeinsteiger… und ein sich verstärkender Trend werden sicher auch Rennräder als E-Bikes sein. Es gibt so viele Fahrer*innen Typen und Einsatzzwecke, dass es für jede ein passendes E-Bike geben wird. Ein Trend, den ich mir wünsche, der allerdings besonders stark von den politischen Vorgaben und städtischen Rahmenbedingungen abhängt: Mehr Raum für S-Pedelecs, und sie sollten auch auf (möglichst breiten, zumindest außerörtlichen) Fahrradwegen erlaubt sein. Ein paar Städte wie Tübingen preschen da schon vor.”

Oliver Pfeiffer von ridee.bike
“E-Bikes werden immer potenter was die Leistung der Motoren oder Akkus angeht. E-MTBs werden immer leichter werden und die Antriebseinheiten immer kleiner. Wenn die nächste Generation Akkus auf den Markt kommt, dann wird man sie kaum noch von Bio-Bikes unterscheiden können. Ein großer Boom werden Lastenräder mit E-Antrieb erfahren.”


Wenn wir ehrlich sind, waren es drei Doppel-Fragen. Wir danken den Teilnehmern ganz herzlich und hoffen auf ein baldiges Wiederholen mit neuen Fragen und neuen Teilnehmern!

Wer sich die Modelle der Experten ansehen möchte, kann diese hier finden. Nicht unbedingt die exakt gleichen Modelle, aber zumindest aus der gleichen Bauserie:

Janet von mythos-ebike.de verlässt sich gerne auf ihr Liv Intrigue E+1 Pro*.

Heinz-Günter von ebikespass.de fährt ein Riese&Müller Charger* aus 2016 und ebenfalls aus 2016 das Haibike SDURO HardSeven*.

Oliver von ridee.bike ist von seinem Specialized LEVO FSR Comp* begeistert.


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